Die Schweizerische Numismatische Gesellschaft (SNG) veröffentlicht seit 1882 Forschungen und Informationen zur Numismatik in eigenen Fachzeitschriften (Bulletin de la Société Suisse de numismatique (1882–1892), Revue suisse de Numismatique (1891–1923), Rundschau (seit 1925) und Schweizer Münzblätter (seit 1949)). Die numismatischen Zeitschriften der SNG sind wichtige Nachschlagewerke und enthalten u.a. auch zahlreiche Veröffentlichungen zu Fundmünzen aus der Schweiz.
Dank der Digitalisierung der SNG-Zeitschriften in Zusammenarbeit mit RetroSeals können nun übergreifende Suchabfragen über alle oben genannten Publikationen vorgenommen werden:
Während dreier Tage konnte man auf Schloss Lenzburg in die farbige Welt des Mittelalters eintauchen. Das bunte Treiben hatte mit dem Schloss eine optimale Kulisse, umso mehr als alle Mitarbeitenden in Kostüme gekleidet waren. Unterhaltung boten allerlei Darbietungen wie Geschichtenerzähler, Artisten, Tänzer, Sänger und Falkner. An verschiedenen Ständen konnte «mittelalterliche» Spezialitäten gekauft, gekostet oder auch selber hergestellt werden.

Das IFS betreute einen Stand gemeinsam mit dem Historischen Museum Aargau und Christoph Jäggy: Allgemeine Auskünfte zu Münzfunden und Geldgeschichte(n) im Mittelalter speziell im Aargau waren kombiniert mit einer kleinen Ausstellung von Originalmünzen. Unter Ch. Jäggys Anleitung konnte Gross und Klein in wenigen Minuten einen eigenen Pfennig herstellen, sei es einen nach Basler Schlag (Kolbenkreuzpfennig) oder einen Drachenpfennig aus Zofingen.
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Auf dem Forum gleich neben dem Zelt, in dem Münzen geprägt werden konnten, war der Stand des IFS zu finden. Während zwei Tagen wurden alle möglichen Fragen zu Münzen, Münzfunden und Geld im Allgemeinen beantwortet. Diese Dienstleistung wurde auch eifrig genutzt.

Und auch in diesem Jahr war das Römerfest für das IFS ein voller Erfolg. Trotz durchwachsenen Wetters fanden viele Menschen am Samstag den Weg zu unserem Stand, der am Sonntag bei Sonnenschein noch besser besucht war. Publikumsmagnet waren die echten römischen Münzen zum Anfassen und natürlich das beliebte IFS-Münzen-Kartenspiel. Wie immer standen die IFS-Mitarbeiter und -Mitarbeiterinnen den Interessierten für allerlei Fragen zur Verfügung. Im Mittelpunkt standen hierbei das römische Münzsystem, die römischen Münzfälscher in Augusta Raurica, die Herstellungstechnik und die Münzmetalle, aber auch Fragen nach der Gesetzeslage hinsichtlich der Sondengängerproblematik. Am Stand des IFS konnte man auch erfahren, was zu tun ist, wenn man eine Münze findet.
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Die Numismatischen Tage Schweiz 2011 fanden am 16. Juni 2011 im Espace d’archéologie des Geschichtsmuseums Wallis in Sion statt. Organisiert wurde die Tagung von der Schweizerischen Numismatischen Gesellschaft (SNG) und dem Museum. Nach der Generalversammlung der SNG und der Begrüssung der Teilnehmer durch Patrick Elsig, Direktor des Museums, und Hortensia von Roten, Präsidentin der SNG, konnten die Vorträge beginnen.

Dr. Anne Geiser und Philippe Curdy belegten in ihrem Vortrag «Dépôts monétaires dans les sépultures celtiques du Valais» die grosse Bedeutung des archäologischen Kontextes bei Münzen aus Gräbern für die Erforschung von deren Chronologie und Verbreitung. Bei den vorgestellten Prägungen handelt es sich um Funde aus der Westschweiz: Obole nach massaliotischem Vorbild (Mitte 3. Jh. bis Beginn des 1. Jh. v. Chr.) und Prägungen der Veragrer (Ende 1. Jh. v.Chr.).
Linda de Torrenté referierte anschliessend über das Thema «Dépôt de monnaies sur un site de hauteur; l'exemple du Cornillon sur Vionnaz» und stellte eine Gruppe von 32 v.a. spätantiken Münzen vor, die auf einem Grat gefunden wurden. Die halbkreisförmige Anordnung suggeriert eine bewusste Deponierung. In der Diskussion wurde unterstrichen, dass es sich wohl um Votivgaben im Zusammenhang mit einem Höhenheiligtum handelt.
Der Morgen wurde von Dr. Günther E. Thüry mit dem Vortrag über «Römische Münzen im ewigen Schnee. Edward Whymper und die Funde vom Theodul» abgeschlossen. Die 1891 und 1895 gefundenen Münzen, zu deren Anzahl und Auffindung verschiedene Angaben und Gerüchte existieren, sind grösstenteils von Whymper, dem Erstbesteiger des Matterhorns, gesichtet und publiziert worden. Mit kriminalistischem Gespür brachte Thüry Licht in die ganze Geschichte. Er konnte zeigen, dass es sich um Votivgaben handelt, die während eines längeren Zeitraumes beim Überqueren des Passes niedergelegt worden waren.
Nach dem reichhaltigen Apéritif riche referierte Dr. Gabriel Imboden zu «Im ysen kasten befind sich ... Münzeninventare Kaspar Jost Stockalpers (1713–1795)». Mit einiger Regelmässigkeit legte Stockalper Inventare der Münzen in seiner Wohnstatt an unter genauer Angabe, wie viele Münzen welcher Sorte sich im «ysen kasten» oder in der «stuben commodt» befanden. Die Werte bilanzierte er in der Landeswährung. Es erstaunt nicht, dass die guten Handelsmünzen zum grössten Teil ausländischer Herkunft waren: Federtaler, Philippstaler, spanische Quadruplen, Louis vieux oder neufs, Zecchinen, Lorrainer, Liguriner etc. Mengenmässig entsprachen die gehorteten Zahlungsmittel quasi denen einer Lokalbank. Aus dem Fundus seiner Liquidität belehnte er einerseits zahlreiche Kreditnehmer, gleichzeitig tätigte er Investitionen nach Genf, Lyon und Paris, und dies in einem Umfeld ohne institutionalisierte Finanzdienstleistungen.
Anschliessend zeigte Dr. Marie-Claude Schöpfer Pfaffen in ihrem Referat «Vom Handels- und Speditionshaus zum Kredit- und Bankinstitut. Das diversifizierte Geschäftsmodell der Marchands-Banquiers Loscho in Brig (ca. 1760 bis 1830)» auf, dass für die Walliser Wirtschaft nicht die Beschaffung von hoch spezialisierten Produkten und Kolonialwaren das grundlegende Problem war. Es war eher der Mangel an zirkulierenden Bargeldmengen sowie das vollständige Fehlen institutionalisierter öffentlicher Finanzeinrichtungen. Die in Brig am Fuss des Simplonpasses ansässigen Fratelli Loscho machten aus dieser Not eine Tugend und kreierten ein diversifiziertes Geschäftsmodell, das insbesondere von fruchtbaren Synergien zwischen dem Warenhandel, Speditionsgeschäften und Finanzdienstleistungen profitierte. Die in der örtlichen bottega der Loscho untergebrachte Privatbank erfüllte wie zahlreiche weitere, von einheimischen und zugezogenen Geschäftsleuten betriebene Finanzeinrichtungen, eine wichtige Rolle im Walliser Wirtschaftsgefüge. Dies widerlegt nicht zuletzt den Mythos der (agrar-)wirtschaftlichen Autarkie dieser alpinen Region, was auch schon im Referat von Imboden zum Ausdruck kam.
Im letzten Vortrag präsentierten Sophie Providoli und José Diaz Tabernero unter dem Titel «Le «mercenaire» du Théodule. La trouvaille et les monnaies» den in den 1980er Jahren gemachten Fund einer Gletscherleiche beim Oberen Theodulgletscher. Nebst Knochen wurden, verstreut auf einer Fläche von ca. 30 auf 70 m, auch Reste von Bekleidung sowie Waffen und Münzen gefunden. Die 182 Münzen setzen sich aus acht Exemplaren in Talergrösse sowie Kleinmünzen zusammen, die mehrheitlich aus dem savoyisch-piemontesischen und lombardischen Raum stammen. Es scheint sich um eine männliche Person zu handeln, die um 1600 beim Überqueren des Passes ums Leben kam. Die Waffen scheinen eher auf einen Söldner als auf einen Händler oder Hirten hinzudeuten.
Nach den Vorträgen führte ein Spaziergang hinauf zum Schloss Valeria. Einen Höhepunkt des Tages bildete die Vorführung der mittelalterlichen Orgel aus den Jahren 1430/1440. Der Organist Edmond Voeffray spielte kurze Stücke des 14. bis 19. Jahrhunderts vor, so dass die unterschiedlichen Register des Instruments klanglich fassbar wurden. Dieses Konzert in der gotischen Kirche des Domkapitels auf der Valeria war ein unvergessliches Erlebnis. Danach wurde ein Apéro offeriert, und man konnte bei einem Glas Wein den phantastischen Blick ins Tal geniessen. Den Abschluss der Tagung bildete das Abendessen im Restaurant l’Enclos de Valère.
Für den rundum gelungenen Anlass gebührt den Organisatoren, vor allem den Personen vor Ort, ein grosses Dankeschön.
Vorschau: Die Numismatischen Tage 2012 finden vom 12.–14. Oktober in Hall im Tirol statt.
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Der Vorstand des «Circulus Numismaticus Basiliensis» (CNB) freut sich, Mitglieder und Gäste zu folgenden Anlässen nach Basel einladen zu dürfen. Die Veranstaltungen finden – sofern nicht anders erwähnt – im «Haus zum Hohen Dolder», St. Alban-Vorstadt 35, 4052 Basel, statt.
Cand. phil. Raphael Hiltbrunner (Wien): «Der technische Betrieb der k. k. Hauptmünze in Wien – Ein Bericht aus dem Jahr 1898»
18. Januar 2012
Joachim Stollhoff (Weil am Rhein): «Was tun, wenn Kleingeld fehlt? – Britische Token am Beginn der industriellen Revolution»
15. Februar 2012
Dr. Claire Franklin (Tüllingen): «Münzen, Namen und Münzbilder in der griechischen Antike»
14. März 2012
Jahresversammlung, anschliessend Vortrag:
Christian Winterstein (Dornach): «Von einer Basler Medaille zu einem Mordfall»
25. April 2012
Numismatische Exkursion Gemäss separatem Programm
17.–20. Mai 2012
Circulus Numismaticus Basiliensis
c/o Münzkabinett, Historisches Museum Basel
Steinenberg 4, 4051 Basel
Frau lic. phil. Beatrice Schärli, Präsidentin
Tel: 061 461 54 57
E-mail: b.schaerli.num@bluewin.ch
Herr lic. phil. Philipp Gafner, Aktuar
Tel: 061 261 01 38
E-mail: gafner-maurer@bluewin.ch
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Die Vorträge finden jeweils am letzten Dienstag des Monats, um 18.15 Uhr im Schweizerischen Landesmuseum Zürich (beim Hauptbahnhof) statt. Gäste sind willkommen. Der Eintritt ist frei.
Lic. phil. Anne Francine Auberson, Service archéologique de l’Etat de Fribourg: «Histoire(s) numismatique(s) de Fribourg»
31. Januar 2012
Dr. Michael Nick, Inventar der Fundmünzen der Schweiz (Bern): «Neue Forschungen zur Entwicklung der keltischen Münzprägung auf dem Gebiet der heutigen Schweiz»
28. Februar 2012
Dr. Ulrich Klein (Stuttgart): «Der Schüsselpfennigschatz von Preuschdorf – verborgen zu Beginn des 17. Jahrhunderts»
27. März 2012
Freie Vereinigung Zürcher Numismatiker
c/o Münzkabinett, Schweizerisches Landesmuseum Zürich
Museumstrasse 2, 8021 Zürich
Frau lic. phil. MAS Hortensia von Roten, Münzkabinett Schweizerisches Landesmuseum (Zürich)
E-mail: Hortensia.vonRoten@snm.admin.ch
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